Sprache wählen
Sie befinden sich hier: Albatros gGmbHAktuelles

Finanzausstattung der Bezirke und psychosoziale Versorgung - gesamtstädtisches Psychiatrie Budget jetzt

Gemeinsam mit der Paritätischen Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V. hat Gesundheitsstadt Berlin e.V./GmbH als Reaktion auf den offenen Brief der Berliner Bezirksbürgermeistern:innen ebenfalls ein Schreiben Verfasst, der die akuten Folgen der gebplanten Kürzungen in Höhe von 78 Millionen Euro auf die psychosoziale Versorgung betont:

 

Finanzausstattung der Bezirke und psychosoziale Versorgung -
gesamtstädtisches Psychiatrie Budget jetzt

 

Sehr geehrte Frau Giffey, sehr geehrte Frau Jarasch, sehr geehrter Herr Wesener, sehr geehrter Herr Dr. Lederer,

die gemeinsame Erklärung von Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen der Berliner Bezirke vom 21. Februar 2022 zur Finanzausstattung ist ein Warnsignal! Die Bezirke sind Träger der bürgernahen Dienstleistungen, sie erbringen Leistungen auf gesetzlicher Grundlage und sichern die Daseinsvorsorge für Bürger und Bürgerinnen. Insbesondere die in den Bezirkshaushalten enthaltenen psychosozialen Versorgungsangebote müssen in Zeiten der Pandemie und der Versorgung geflüchteter und traumatisierter Menschen verlässlich gewährleistet werden. Aktuell wird die Haushalts-Problematik noch verst rkt durch ein fehlendes Haushaltsgesetz, woraus für freie Tr ger und deren Beschäftige weitere Unsicherheiten entstehen.


Seit vielen Jahren setzen wir uns für die erneute Einführung eines gesamtst dtischen Psychiatrie-Budgets ein. Der Vorgängersenat hatte dazu am 1. Oktober 2019 bereits einen Umsetzungsbeschluss gefasst. Von 2004 bis 2011 ist zudem ein Psychiatrie-Budget erfolgreich umgesetzt worden. Das Budget kann die Spannung zwischen gesetzlichen Ansprüchen der Bürger und kommunalen Finanzausstattungen gesamtst dtisch abfedern
und Kosten-Leistungszusammenh nge für die Politik transparent machen.


Der Paritätische Wohlfahrtsverband, LV Berlin und der gemeinnützige Verein Gesundheitsstadt Berlin haben sich vor diesem Hintergrund seit mehreren Jahren intensiv dafür eingesetzt, wieder ein Psychiatrie-Budget (inkl. Finanzierungsbudget) einzuführen und so abgesicherte und flexiblere Möglichkeiten zur Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu eröffnen. Die Koordination und Steuerung verschiedener
Leistungen ist eine zentrale Aufgabe in der Weiterentwicklung der Versorgung von psychisch erkrankten Menschen. Ein gesamtst dtisches Budget ist am besten geeignet, dem Rechnung zu tragen.

Der gestrige Warnruf der Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksmeister sollte dieses Vorhaben aus der langj hrigen Phase der Diskussionen und Arbeitsgruppen herausnehmen und eine zeitnahe Umsetzung im Rahmen der Haushaltsdiskussionen des Abgeordnetenhauses ermöglichen.

Bitte setzen Sie sich für die erneute Einführung eines gesamtstädtischen Psychiatrie-Budgets ein.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Gabriele Schlimper
Geschäftsführerin
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, LV Berlin e.V.

 

Dr. Gabriele Schlimper
Geschäftsführerin
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, LV Berlin e.V.

 

Brief zum downloaden