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Gesundheitliche Versorgung

 

Neben dem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot für geflüchtete Menschen, das Albatros gGmbH berlinweit und aufsuchend in den Unterkünften anbietet, arbeitet Albatros mit Partnern an innovativen Projekten zur gesundheitlichen Vorsorge und Versorgung.

In Zusammenarbeit mit der international tätigen Organisation ipso gGmbH begründet Albatros gGmbH ein Projekt, das das Selbsthilfepotential und die Resilienzfähigkeiten der geflüchteten Menschen selbst stärkt.In einem ersten Schritte werden Sozialmoderatoren direkt in den  Flüchtlingseinrichtungen unter den geflüchteten Menschen geworben und komprimiert geschult. Die Aufgabe der Sozialmoderatoren wird es sein, Gruppendialoge innerhalb ihrer Peergroup in den Flüchtlingseinrichtungen zu organisieren. Im Rahmen dieser Gruppendialoge wird biografieorientierte, narrative Arbeit geleistet, bei der die eigenen Lebenserfahrungen gemeinsam reflektiert werden. In einem zweiten Schritt werden geeignete und oftmals  schon psychosozial/medizinisch vorgebildete Flüchtlinge in  einem weiteren einjährigen Ausbildungsprozess zu psychosozialen Counselors ausgebildet. Nach einer dreimonatigen intensiven Schulung können sie unter Supervision und fachlicher Begleitung direkt in den Einrichtungen arbeiten und zugleich ihre eigene Integration durch diese wichtige Arbeit fördern und stabilisieren.Dieser psychosoziale Beratungsansatz wurde für das afghanische Gesundheitssystem von Ipso gGmbH entwickelt, für andere Kulturen angepasst sowie mehrfach über zehn Jahre hinweg in verschiedenen Kulturen erprobt und evaluiert. Ziel ist es, die Selbstwirksamkeit der Menschen frühzeitig zu stärken, damit aus den schwierigen Lebenserfahrungen keine weitreichenden Belastungsstörungen erwachsen. Bei dieser präventiven Maßnahme wird weder im Kontext der moderierten Gruppen noch im Zusammenhang mit den psychosozialen Beratungen klassische psychotherapeutische Arbeit geleistet. Sollte im Rahmen dieser präventiven Maßnahmen der Verdacht entstehen, dass sich bereits Belastungsstörungen manifestiert haben, sollen die Betroffenen an approbierte Psychotherapeuten beziehungsweise Fachzentren verwiesen werden. Mit diesem Vorgehen können jedoch die knapp bemessenen muttersprachlichen Ressourcen der entsprechenden Einrichtungen besser gesteuert werden.Parallel zu dieser Arbeit wird es mit den "Kulturcontainern" ein Angebot geben, das eine kulturelle Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Werten ermöglicht und daran anschließend einen kulturellen Dialog eröffnen will, einerseits zwischen den verschiedenen Kulturen der Herkunftsländer der Flüchtlinge, andererseits auch mit interessierten deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Dieses Konzept wurde von der Ipso gGmbH bereits in Afghanistan und Haiti erfolgreich umgesetzt.

Gemeinsam mit der Charité Berlin soll ein Projekt entstehen, das verlässliche und valide Daten zur Erfassung psychischer Symptombelastungen und des psychatrischen Hilfsbedarfs der Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen erfassen soll. Bisher existieren in Deutschland noch keine regelhaften Instrumente, um Trauma-Folgestörungen bei neu zugewanderten Flüchtlingen und Asylbewerbern zu erfassen. Zudem liegen bisher kaum aktuelle Daten aus Deutschland über die Arten psychischer Erkrankungen von Schutzsuchenden vor. Nach der EU-Aufnahmerichtlinie soll die besondere Schutzbedürftigkeit von Asylbewerbern erkannt werden. Dazu gehört auch das Diagnostizieren psychiatrischer Trauma-Folgeerkrankungen. Um einen besseren Zugang zu den relevanten Daten zu erlangen, plant Albatros gGmbH in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin, eine Studie zu initiieren.